Warum Du niemanden überzeugst! (und wie du das änderst)
Überzeugen funktioniert anders, als die meisten denken. Wie du Menschen wirklich erreichst, statt sie zu überreden.
"Das ist doch ein Schneeballsystem." "Ich kann nicht verkaufen." "In Deutschland funktioniert das nicht." Du hast diese Sätze hundertmal gehört – und vielleicht jedes Mal verloren. Was, wenn es nicht 18 Einwände gibt, die du behandeln musst, sondern eigentlich nur zwei?
In Kürze
- Es gibt rund 18 gängige Einwände im Network-Marketing – aber sie lassen sich alle auf zwei zurückführen: "Ich glaube nicht an Network-Marketing" und "Ich glaube nicht an mich selbst".
- Die 4F-Technik (Feel, Felt, Found, Flow) ist die universelle Struktur für jede Einwandbehandlung.
- "Ja, aber" ist Konfrontation – streich es aus deinem Wortschatz.
- Bleib transparent und bei der Wahrheit: Im Zeitalter von Social Media googeln die Leute ohnehin alles.
- Es mag einfach sein, aber es ist nicht leicht – Gewinner konzentrieren sich auf die Tätigkeit, nicht auf das Ziel.
18 Einwände, zwei Kategorien
"Da verdienen nur die oben", "der Markt ist gesättigt", "die Produkte sind zu teuer", "ich kenne niemanden", "ich kann nicht verkaufen" – Fabian hat über die Jahre jeden Einwand gehört und sie alle aufgeschrieben. Am Ende kam er auf etwa 15 bis 18. Die eigentliche Erkenntnis aber ist: Jeder einzelne davon gehört in eine von nur zwei Kategorien. Entweder "Ich verstehe Network-Marketing nicht" oder "Ich glaube nicht an mich selbst".
"Da verdienen nur die oben Geld" – ich verstehe Network-Marketing nicht. "Das ist ein Pyramidensystem" – ich verstehe Network-Marketing nicht. "Ich kann nicht verkaufen" – ich glaube nicht an mich selbst. Sobald dir beim Gespräch klar ist, in welcher der beiden Kategorien du dich gerade befindest, wird die Behandlung enorm viel einfacher. Du musst nicht 18 perfekte Antworten parat haben. Du musst nur erkennen: Muss ich mehr über das System erklären – oder muss ich dieser Person helfen, an sich selbst zu glauben?
Ein wichtiger Hinweis am Rande: Der häufigste echte Grund, warum jemand nicht startet, ist Geld – aber es ist den Leuten oft zu peinlich, das zuzugeben. Wenn ein Einwand auf den nächsten folgt und du einfach nicht zum Punkt kommst, steckt meist das Geld dahinter. Sprich es selbst offen an und nimm dem Gegenüber den Wind aus den Segeln.
Die 4F-Technik: Feel, Felt, Found, Flow
Die universelle Struktur für jeden Einwand sind vier Schritte. Feel heißt: Du holst dein Gegenüber ab, statt zu kontern. Streiche dafür die zwei gefährlichsten Wörter aus deinem Wortschatz – "ja, aber". Das ist immer Konfrontation und signalisiert: Ich habe recht, du nicht. Sag stattdessen "Sehr guter Punkt, vielen Dank dafür."
Felt baut Rapport auf: "Kann ich gut nachvollziehen, ging mir genauso." Erfinde dabei nichts – gehst du ehrlich in dich, findest du immer eine echte Situation, in der du genauso gefühlt hast. Found ist die eigentliche Argumentation mit Zahlen, Daten und Fakten, verpackt als Geschichte: "Facts tell, but stories sell." Und Flow bringt dich zurück ins Gespräch – mit dem einfachen Satz "Macht das Sinn für dich?". Noch stärker wird es mit einer qualifizierenden Rückfrage: "Wenn das so ist, wäre es dann für dich interessant?" Damit holst du nicht nur ein Ja oder Nein, sondern sortierst auch die uninteressanten Kontakte aus.
Beim Klassiker "Ist das nicht ein Pyramidensystem?" lohnt sich vorab ein kleiner Schmunzler: "Wäre das gut oder schlecht, wenn es eins ist?" Die häufige Antwort – "Naja, wenn ich oben bin, ist es gut" – beweist, dass derjenige es schlicht noch nicht versteht und es gar nicht böse meint. Danach kommt das Found: In keinem Land ist dieser Einwand leichter zu behandeln als in Deutschland. Such bei Google nach "Network-Marketing und IHK" – es gibt tatsächlich Existenzgründungszuschüsse, gefördert von IHK und Agenturen für Arbeit. Wenn der Staat das fördert, kann es nicht ganz so schlecht sein.
Verkaufen, Deutschland und die Wahrheit über "einfach"
Beim Einwand "Muss ich da verkaufen?" geht es eigentlich um Selbstzweifel – sonst hieße die Frage "Darf ich da verkaufen?". Die Found-Argumentation: Es gibt auf unserem Planeten nur eine einzige Möglichkeit, Einkommen zu generieren, und das ist Handel, also Verkauf. Selbst der Mitarbeiter im Mercedes-Kundenservice wird bezahlt, weil Mercedes Autos verkauft. Selbst Feuerwehrleute und Polizisten werden aus Steuern bezahlt, die von Menschen stammen, die etwas verkaufen. Lernst du Verkaufen einmal, bist du nie wieder arbeitslos – und die Fähigkeit ist voll skalierbar.
Robert ergänzt einen entscheidenden Punkt: Wir verkaufen nicht nur Produkte, wir verkaufen uns ständig als Person – im Sinne von Status, Sympathie, Respekt. Wer in der Bäckerei als jemand auftritt, den man für dumm verkaufen kann, bekommt die alten Brötchen. Wer respektwürdig auftritt, bekommt vielleicht ein frisches dazugelegt. Genauso ist es im Geschäft: Verkaufst du dich als kompetente, respektierte Person, verkauft sich dein Geschäft fast von allein.
Beim Einwand "In Deutschland funktioniert das nicht" hilft wieder die Faktenlage: Laut der World Federation of Direct Sales Association ist Deutschland – absolut gesehen – der drittstärkste Direktvertriebsmarkt der Welt, nach den USA und China. Tupperware, Thermomix, Staubsauger, Kosmetik – fast jeder hat schon einmal direkt oder indirekt eingekauft. Und beim Klassiker "Wenn das so einfach wäre, würde es jeder tun" zieht das McDonald's-Bild: Jeder weiß, dass Franchise funktioniert, und trotzdem hat nicht jeder einen McDonald's. Es gibt Nutzer und Nörgler. Wie Alex Hormozi sagt: Es mag einfach sein, aber es ist nicht leicht.
Stärkste Zitate aus der Folge
Was wäre, wenn ich dir sage, dass es nicht 18 Einwände gibt, sondern eigentlich nur zwei? Entweder "Ich verstehe Network-Marketing nicht" oder "Ich glaube nicht an mich selbst".
— Fabian Fitzner
Es gibt diesen Klassiker im Verkauf: Wer fragt, der führt. Ehrlicherweise gilt aber oft: Wer fragt, der nervt. Deshalb musst du so fragen, dass dein Gegenüber sich abgeholt fühlt statt genervt.
— Robert Pauly
Fazit
Du musst nicht die perfekte Antwort auf jeden der 18 Einwände auswendig können. Du musst nur erkennen, ob dein Gegenüber das System nicht versteht oder nicht an sich selbst glaubt – und dann mit der 4F-Technik ruhig durch das Gespräch führen. Bleib transparent, arbeite mit echten Zahlen und echten Geschichten, und sortiere mit qualifizierenden Fragen die richtigen Leute heraus. Wie beim Boxen reichen zwei Basics: Deckung hoch und abtauchen. Wer das übt, dem ist egal, welcher Einwand kommt.
