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Episode 18

Lottomillionär nach 7 Jahren pleite – warum es 90% aller Networker auch trifft

Geld ohne Fähigkeiten verschwindet wieder. Warum die meisten Networker am selben Muster scheitern wie Lottogewinner.

#Finanzen#Mindset#Persönlichkeitsentwicklung

Der durchschnittliche Lottomillionär ist nach sieben Jahren wieder pleite. Und 90 % aller Networker, die schnell groß verdienen, laufen in dieselbe Falle. Warum – und wie du sie umgehst.

In Kürze

  • Viele Networker passen ihren Lifestyle dem höchsten je verdienten Einkommen an – ein gefährlicher Fehler.
  • Vertrieb ist umsatzgebunden, Einkommen schwankt immer. Wer das ignoriert, gerät in die Bredouille.
  • Der "Diderot-Effekt" und die "Konsuminflation" treiben Kosten Stück für Stück nach oben.
  • Erstes Gesetz aus "Der reichste Mann von Babylon": Von zehn Goldstücken nur neun ausgeben.
  • Die beste Investition mit dem höchsten Return ist immer die in dich selbst.

Penthouse, Lamborghini – und am Ende nichts mehr

Fabian erzählt von einem jungen Mann aus einem früheren Unternehmen, Mitte bis Ende zwanzig, der fleißig eine große Organisation aufbaute und um die 30.000 bis 40.000 Dollar im Monat verdiente. Kaum in Dubai, mietete er eine Penthouse-Wohnung im Aziz Palace für 10.000 Dollar, leaste einen Lamborghini für 8.000 bis 9.000 Dollar. Damit war schon mehr als die Hälfte weg – der Rest ging für Uhren, Markenklamotten und First-Class-Flüge drauf. Irgendwann stieg er aus dem Network-Marketing aus. Heute hat er nichts mehr.

Das ist kein Einzelfall, sondern ein Muster: die Anpassung des Lifestyles an das Einkommen. Was gerade im Network unterschätzt wird: Es ist Vertrieb, und Vertrieb ist immer umsatzgebunden. Es wird Höhen geben und Tiefen, das ist völlig normal. Niemand im Vertrieb verdient dauerhaft dasselbe.

Dazu kommt der Druck, das höchste je verdiente Einkommen als Durchschnitt nach außen zu verkaufen. Plötzlich musst du liefern, damit die Geschichte stimmt. Charlie Munger, Warren Buffetts früherer Partner, nannte das Konsuminflation: Mit mehr Geld steigen automatisch die Kosten. Aus dem A3 wird der A4, der A6, der A8. Robert beschreibt die Kaskade an einem Bekannten, der bei 60.000 Euro im Monat lag, auf 40.000 einbrach – und mit 40.000 Euro pleite war. Ferienimmobilie weg, erstes Auto zurückgegeben, vor den Leuten blamiert, das Geschäft brach weiter ein.

Vom Lottomillionär lernen: nein sagen können

Die Parallele zum Lottomillionär ist kein Zufall. Eine große Untersuchung zeigte: Im Schnitt sind diese Gewinner nach sieben Jahren wieder pleite – und zwar nicht nur die mit einer Million, sondern auch die mit zwanzig oder dreißig Millionen. Der Grund ist nicht, dass es schlechte Menschen sind. Sie sind nie zu der Persönlichkeit geworden, die mit Geld umgehen kann. Es fehlte das Wissen und die Persönlichkeit, auch mal nein zu sagen und zu den eigenen Werten zu stehen.

In der Befragung kam fast immer dasselbe heraus: Erst kauften sie alles Materielle, von dem man als Normalverdiener träumt. Dann kamen die Leute aus dem Umfeld, die etwas brauchten – und sie verschenkten Geld, das nie zurückkam. Genau hier setzt die Persönlichkeit an: sagen zu können "Nein, das macht keinen Sinn, das entspricht nicht meinen Zielen."

Fabian kennt beide Seiten – er war erfolgreich und danach komplett pleite. Robert erzählt, wie er sich mit 19 mühsam 3.000 Mark mit Mofateilen zusammensparte und das ganze Geld im Schwimmbad gestohlen wurde, weil er sein Fach nicht abgeschlossen hatte. Heute wären das rund 6.000 Euro. Er hat diese Pleite-Situation insgesamt dreimal erlebt – beim dritten Mal beim Hundertfachen der Summe, und es war für ihn überschaubar, weil er es kannte. Genau das ist die Lektion: Wer den Umgang mit Verlust gelernt hat, gerät nicht in Panik.

Zehn Goldstücke, neun ausgeben – und in dich selbst investieren

Die konkrete Regel kommt aus "Der reichste Mann von Babylon". Das erste Gesetz des Goldes: Wenn du zehn Goldstücke einnimmst, gib nur neun aus. Verdienst du 1.000 Euro netto, behandle es so, als hättest du 900 eingenommen – die 100 Euro sind dein Investment. Mit wachsendem Einkommen werden aus den 10 Prozent irgendwann 20, 30, 40, weil du nicht mehr brauchst. Buffett legt mittlerweile fast alles zur Seite und gibt nahezu nichts aus – sein Schneeball ist über Jahrzehnte zur Lawine geworden.

Worein investieren? Fabians klare Antwort: zuerst in dich selbst, das hat immer den besten Return. Er hat über fast 20 Jahre verteilt mehr als 200.000 Dollar in Fortbildungen gesteckt, angefangen bei Wochenendseminaren für hundert Euro. Heute ist er Freund von stabilen, "richtig langweiligen" Investments à la Buffett – ETFs, in die Märkte investieren. Früher war er dem schnellen Geld hinterher, machte mit einem Coin über Nacht eine halbe Million, die am dritten Tag nur noch 50.000 wert war. Der Unterschied zwischen Investition und Spekulation muss man einfach kennen.

Wichtig dabei: Investition in dich selbst funktioniert nur über Produzieren, nicht über Konsumieren. Wer Seminare nur anhört, hat keinen Lerneffekt. Erst wenn Information auf Aktion trifft und Emotion entsteht, lernst du wirklich – wie in der Armee, wo man durch Dinge durchgepusht wird.

Die Maske kostet am meisten

Bleibt der soziale Druck, Erfolg zeigen zu müssen. Fabian bringt das Beispiel Louis Vuitton: Zielgruppe sind Mittelständler, die reich aussehen wollen – wirklich Reiche tragen eher Hermès. Eine Marke steht außen drauf, nicht innen, weil andere sie sehen sollen. Fabian trägt auf großen Events bewusst einen teuren Anzug – damit ihr ihn seht, nicht er. Privat geht er in Boardshorts und Flip-Flops.

Dasselbe passiert mit Rangstufen. Ein einmal erreichter "Diamant" steht für immer im Backoffice, auch wenn du längst nicht mehr auf dieser Stufe bezahlt wirst. Die Leute koppeln den Rang an ein Einkommen – und schon kaufst du teure Klamotten, damit der Glaube erhalten bleibt. Deshalb plädiert Fabian dafür, Incentives und Anerkennung am bezahlten Rang festzumachen.

Den Mechanismus dahinter beschreibt der Diderot-Effekt: Ein neuer Morgenmantel lässt die alten Pantoffeln schäbig wirken, dann den alten Mantel, dann das Sofa – eine Kette von Folgekäufen. Genauso macht die Louis-Tasche das Aldi-Portemonnaie daneben unmöglich. Die Kunst ist, die ersten Glieder dieser Kette zu erkennen und nein zu sagen. Fabian hat sogar Freude daran, sich Dinge gezielt nicht zu kaufen – und diese Geschichte auch zu vermarkten, wie es schon ein früher Finanzdienstleister tat: "Ich zeige meinen Leuten meine Investments, aber ich haue meine Kohle nicht für Autos raus, die schon beim Kauf ein Viertel verlieren."

Stärkste Zitate aus der Folge

Die beste Investition, die ich je gemacht habe, war immer in mich selbst. Die hat immer den besten Return.

Fabian Fitzner

Sie sind nie zu der Persönlichkeit geworden, die mit Geld umgehen kann. Es fehlte das Wissen – und die Persönlichkeit, auch mal nein zu sagen.

Fabian Fitzner

Wenn du das Geld übrig hast, macht das mehr Spaß, als hinterher festzustellen, du hättest es gerne übrig – es fehlt dir aber.

Robert Pauly

Fazit

Ein hohes Einkommen schützt dich vor gar nichts, wenn du deinen Lifestyle ungebremst mitwachsen lässt. Behandle dein schwankendes Vertriebseinkommen mit Demut, leg konsequent zur Seite – erst 10, später 20, 30, 40 Prozent –, investiere zuerst in dich selbst und danach in langweilige, stabile Werte. Lerne nein zu sagen, auch zum sozialen Druck. Wer die Kohle zusammenhält, gehört nicht zu den 90 %, die es trifft.