Hör auf, dich selbst zu belügen
Die ehrlichste Folge: warum Selbstbetrug der größte Bremsklotz im Business ist – und wie du wieder ehrlich mit dir wirst.
Drei Mindset-Hürden halten die meisten Networker vom Erfolg ab: Glaubenssätze, Perfektionismus und Selbstzweifel. Das Tückische daran – wir reden uns die Lügen selbst ein. Wer sie durchschaut, kann sie überwinden.
In Kürze
- Glaubenssätze sind wie Software: nicht in einer Sekunde austauschbar, aber definitiv veränderbar – über Erfahrung und Erkenntnis.
- Wenn du aufgibst, zerstörst du auch die Träume derer, die wegen dir gestartet sind – Verantwortung ist ein stärkerer Antrieb als das eigene Ego.
- Perfektionismus ist meist nur getarnte Drückebergerei. „Perfekt ist vorbei" – heute zählen Authentizität und Nahbarkeit.
- Selbstzweifel ist ein Schutzmechanismus, den du mit Daten und Fakten am schnellsten in den Griff bekommst – kleine Erfolge aufschreiben.
- Es geht nie um das erste Ergebnis, sondern darum, die eine Hürde zu überwinden, die alle weiteren überwindbar macht.
Glaubenssätze: deine Software
Fabian beschreibt Glaubenssätze als Software – die Programmierung, die schon in der Kindheit beginnt. Sein Schwager Peter wuchs als „doofer Hauptschüler aus dem Ruhrpott" auf und machte diesen Satz zu seiner Identität. Über das Network Marketing entdeckte er seine Fähigkeiten, wurde der jüngste und schnellste Bezirksleiter einer Versicherungsagentur. Was sich verändert hat? „Ich bin halt nicht mehr der Hauptschüler aus dem Ruhrpott." Software lässt sich neu schreiben – nicht leicht, aber möglich.
Fabians eigene Geschichte ist der Kern der Folge. Nach dem Verkauf seiner Fitnessstudios in Spanien wurde er um den Kaufpreis betrogen, zog mit Anfang 30 bei der Oma auf 30 Quadratmeter Dachboden ein und fing bei null an. Er kam über 2.400, 2.500 Euro monatlich nicht hinaus, nahm irgendwann einen Job an, weil er nicht mehr an sich glaubte. Bis sein Freund Christian Gärtner und seine Frau ihn stellten. Christians Satz veränderte alles: Wenn du jetzt aufgibst, zerstörst du auch die Träume derer, die wegen dir gestartet sind. Viele Leute sind nur dabei, weil sie glauben, dass du es glaubst.
Perfektionismus: getarnte Angst
Robert ergänzt das Konzept des Lernens durch Osmose: Wir nehmen Dinge auf, ohne aktiv zu lernen – einfach, weil andere um uns herum sie vorleben. Der Haken: Gefängnisse sind voll von Menschen, die durch Osmose gelernt haben, nur die falschen Dinge. Und Network-Marketing-Firmen sind voll von Menschen, die durch Osmose gelernt haben, wie man erfolgreich wird. Sein wichtiger Wortdreh: Es ist nicht „nur" Software, sondern „lediglich" Software. Das Wort „nur" suggeriert, alles sei einfach – ist es nicht. Aber es ist deine Aufgabe, es zu tun.
Beim Perfektionismus schalten beide den Ironie-Modus ein und gestehen: Auf Fabians wie auf Roberts Festplatten liegen zig Aufnahmen und Texte, die längst veröffentlicht sein sollten, aber „noch nicht gut genug" erschienen. Perfektionismus ist in den meisten Fällen nichts anderes als Drückebergerei – wir überspielen unsere Unsicherheit. Genau deshalb starteten sie diesen Podcast bewusst radebrechend, mit ein paar notierten Worten statt perfektem Skript. Der CEO von Instagram brachte es auf den Punkt: Perfekt ist vorbei, weil perfekt heute dank KI fast jeder kann. Was zählt, ist Authentizität und Nahbarkeit – „Paralysis through analysis" ist der Killer.
Selbstzweifel: die Fehlermeldung
Fabian trennt sauber: Glaubenssätze sind das Betriebssystem, Selbstzweifel ist die Fehlermeldung auf dem Bildschirm – der akute 404-Error. Seine Geschichte aus den Anfängen: In Köln sollte er fremde Menschen ansprechen. Sein Mentor Mario lief los und holte eine Nummer nach der anderen. Fabian schaffte an Tag eins keine einzige Ansprache, an Tag zwei wieder nicht – die wildesten Gedanken kamen dazwischen. Am dritten Tag, abends, kam ein selbstbewusst wirkender Mann im Nadelstreifenanzug. „Entschuldigung –", „Nein, keine Zeit." Weg. Und auf einmal war die Angst weg. Er sprach 30 Leute an, bekam drei Nummern.
Robert verpasst ihm dafür liebevoll eine Rüge: „Nur drei" sei der falsche Maßstab. Entscheidend war, dass Fabian die eine Hürde überwunden hat – und damit erkannt hat, dass er Hürden überwinden kann. Robert selbst wählte den Soft-Approach: erst nur nach der Uhrzeit fragen, dann ein „schöne Schuhe", dann mehr. Seine innere Stimme sagte schließlich nur ein Wort: „Feigling." Auch daraus wurden tausende Kontakte. Der praktische Tipp: Selbstzweifel bekommst du über Daten und Fakten in den Griff. Schreib dir jeden Tag kleine Erfolge auf – weil dein Kopf dir andere Geschichten erzählt.
Stärkste Zitate aus der Folge
Wenn du jetzt aufgibst, dann zerstörst du auch die Träume derer, die wegen dir gestartet sind.
— Fabian Fitzner
Perfektionismus ist in den meisten Fällen nichts anderes als eine Art von Drückebergerei.
— Robert Pauly
Fazit
Glaubenssätze, Perfektionismus und Selbstzweifel sind drei Lügen, die wir uns selbst erzählen – und alle drei lassen sich überwinden. Umgib dich mit Menschen, die an dich glauben, bis du es selbst tust. Hör auf, auf Perfektion zu warten, und tu es lediglich. Und schlag den Selbstzweifel mit Fakten: kleine Erfolge, jeden Tag aufgeschrieben. Es geht nie um das erste Ergebnis, sondern um die eine Hürde, deren Überwindung alle weiteren möglich macht. Wer erfolgreich werden will, muss diese drei Bremsen lösen – und jeder kann es.
