Ohne diese 4 Menschentypen scheitert dein Business
Rote, gelbe, grüne und blaue Typen – wer nur mit Menschen arbeitet, die so ticken wie er selbst, begrenzt sein Wachstum. Warum gerade die, die dich triggern, dein größter Hebel sind.
Du musst nicht jeden Menschen mögen, mit dem du im Network arbeitest. Aber du musst verstehen, warum dein Business ohne rote, gelbe, grüne und blaue Persönlichkeiten schlicht nicht funktioniert.
In Kürze
- Dein Business braucht alle vier Verhaltenstypen — rot, gelb, grün und blau. Fehlt einer, fehlt eine ganze Funktion.
- Erfolg im Network heißt nicht, deinen Typ zu ändern, sondern die Sprache der anderen Typen zu lernen.
- Vertrauen ist am Anfang ein kleines Pflänzchen — gerade bei unterschiedlichen Ausdrucksweisen musst du es bewusst pflegen.
- Wen wir nicht leiden können, sagt oft mehr über uns selbst aus als über die andere Person.
- Edifizieren ist eine der unterschätztesten Kräfte im Network: Du holst Persönlichkeiten dazu, bei denen du selbst nie landen würdest.
Warum du wirklich alle vier Typen brauchst
Eigentlich sollte es in dieser Folge um ein ganz anderes Thema gehen. Doch beim Recap der letzten Episoden über die verschiedenen Menschentypen sind Robert und Fabian noch ein paar Dinge aufgefallen, die zu wichtig waren, um sie liegen zu lassen. Und Robert macht gleich zu Beginn ehrlich klar: Asche auf sein Haupt. Als das Thema damals kam — Grün, Gelb, Blau, die Verhaltenstypen — dachte er erst, das kenne doch schon jeder. Ein Trugschluss. Es waren am Ende super interessante Erkenntnisse dabei: über sich selbst, über den anderen, über die gemeinsame Beziehung und vor allem über das, was die Hörerinnen und Hörer daraus mitnehmen können.
Der zentrale Punkt, den Fabian nicht oft genug betonen kann: Du brauchst alle Typen. Einen roten, einen gelben, einen grünen, einen blauen — oder wie auch immer du sie nennen möchtest. Sonst funktioniert dein Business nicht. Ein gelber Typ, von Claudia liebevoll "Glitzereinhorn" genannt, wird nie die ruhige Brücke bauen. Dafür ist er nicht da. Aber er sorgt als Animateur oder Fitnesstrainer dafür, dass sich Menschen wohlfühlen. Der grüne Typ wiederum landet eher in Berufen wie Physiotherapie oder Flugbegleitung — dort, wo Beziehung und Fürsorge zählen.
Genau diese Unterschiede sind kein Problem, sondern das eigentliche Kapital. Fabian beschreibt sich selbst als hochrotanteilig, aber funktional — mit einem hohen Gelbanteil, also fast orange. Robert ist eher grün und blau: der Menschenhelfer, der sich auch mal verzettelt, weil er Leuten helfen will, die das gar nicht so dringend brauchen, wie er selbst glaubt. Im Podcast ergänzen sich beide perfekt — der eine kurz und knackig per WhatsApp, der andere durchstrukturiert und vorgeplant. Und genau das ist der Punkt: Erst die Mischung macht ein Business stabil.
Lerne die Sprache der anderen Typen
Der wirksamste Hebel ist für Fabian kein Persönlichkeits-Umbau, sondern das Erlernen der anderen "Sprachen". Du trägst ohnehin alle Anteile in dir. Die Aufgabe ist nur: Erkenne grob, wen du vor dir hast, und lass dich auf die Person ein. Sitzt dir jemand sehr Gelbes gegenüber, redest du automatisch schneller, lebendiger, mit mehr Füllwörtern — Hauptsache, der Fluss bricht nicht ab. Ist dein Gegenüber analytischer, sprichst du langsamer und gehst stärker auf die einzelnen Punkte ein. Eine andere Kadenz, ein anderes Sprachmuster.
Dass das funktioniert, zeigt Fabian an sich selbst. Er bezeichnet sich als selektiv extrovertiert: Unter Freunden geht er voll auf, unter Fremden muss er sich überreden. Auf seinen ersten Seminaren ist er deshalb bewusst in eine Rolle gerutscht — und konnte das. Das kann übrigens jeder. Einige der erfolgreichsten Networker und Unternehmer der Welt sind massiv introvertierte Typen, die schlicht gelernt haben, im richtigen Moment selektiv extrovertiert zu sein.
Und dann kommt eine konkrete Technik ins Spiel: das Spiegeln, im NLP "Mirroring" genannt. Nimmt dein Gegenüber die Hand ans Kinn, machst du es nach — und unbewusst entsteht eine Verbindung, Rapport. Warum überhaupt eine Technik? Weil das in der Natur ganz von allein passiert, sobald dir jemand sympathisch ist. Geh auf eine Geburtstagsparty und schau dir vier Leute am Stehtisch an: Wenn sie sich verstehen, stehen sie alle in derselben Pose. Robert ergänzt das schöne Bild des "Lernens durch Osmose": In funktionierenden Teams werden sich Menschen immer ähnlicher — in Sprache, Kleidung, Auftreten, sogar in den Autos, die sie fahren.
Warum du manche Menschen nicht leiden kannst
Diese Ähnlichkeit hat aber eine Kehrseite. Wir Menschen neigen dazu, andere abzulehnen, die nicht sind wie wir. Robert erzählt dazu eine Geschichte, die er seit fast 30 Jahren nicht vergessen hat. Im damaligen Fitnessstudio lernte er einen Club-Med-Animateur kennen — Name längst weg, der Typ aber noch glasklar vor Augen. Als Robert über jemanden sagte, den könne er nicht leiden, antwortete der Animateur schmunzelnd: Es gebe nur zwei Gründe, warum man jemanden nicht leiden kann.
Der erste Grund: Die Person hat eine Eigenschaft, die du selbst gerne hättest, aber nicht hast. Der zweite: Die Person hat eine Eigenschaft, die du selbst hast — und an dir nicht leiden kannst. Das Blöde daran, sagt Robert, sei, dass wir diesen Gedanken meist verdrängen. Dann ist uns weder klar, warum wir jemanden ablehnen, noch welche Eigenschaft wir uns eigentlich wünschen oder loswerden wollen.
Die Lösung liegt im Bewusstsein. Je klarer wir unser eigenes Sprach- und Verhaltensmuster erkennen, desto weniger urteilen wir ab — und desto mehr Verständnis entwickeln wir, für andere und für uns selbst. Im Network ist das doppelt relevant. Denn jede neue Beziehung startet mit einem kleinen Pflänzchen Vertrauen, das gepflegt und gegossen werden muss. Wir dürfen uns nie darauf verlassen, dass der andere schon weiß, wie wir etwas gemeint haben — in den meisten Fällen weiß er es eben noch nicht.
Edifizieren: die unterschätzte Kraft
Der praktische Schluss daraus: Wenn du mit einem bestimmten Typen nicht klarkommst, hol jemanden dazu, der es kann. Kommst du etwa mit dominanten roten Persönlichkeiten nicht zurecht, hast aber eine funktionale rote Upline, dann bau sie von Anfang an mit ein und promote sie aktiv. Genau hier setzt das Edifizieren an — für Robert ein Werkzeug mit unglaublicher Kraft, das im Network viel zu selten genutzt wird.
Der Grund, warum wir es vernachlässigen, ist menschlich. Gerade am Anfang, wenn das Ego noch etwas schwächer und wir noch neu sind, wollen wir uns selbst darstellen, statt andere in den Vordergrund zu rücken. Robert ertappt sich selbst immer wieder dabei und muss sich gedanklich bremsen: "Pauly, halt dich im Rand, die andere Person ist dran." Denn das Edifizieren wirkt gleich doppelt: Du gewinnst Menschen, bei denen du selbst nie landen könntest, weil sie sich mit der vorgestellten Person identifizieren. Und du kannst umgekehrt das Gas wieder rausnehmen — etwa wenn eine laute rote Upline einem neuen Partner zu viel wird und du als grüne Persönlichkeit für Toleranz und Ausgleich sorgst.
Stärkste Zitate aus der Folge
Du brauchst einen roten, einen gelben, einen grünen, einen blauen oder wie auch immer du die Verhaltenstypen bezeichnen möchtest, sonst funktioniert dein Business nicht.
— Fabian Fitzner
Es gibt nur zwei Gründe, warum man jemanden nicht leiden kann: Diese Person hat eine Eigenschaft, die du selber gerne hättest, aber nicht hast. Oder diese Person hat eine Eigenschaft, die du selber hast, die du an dir auch nicht leiden kannst.
— Robert Pauly
Fazit
Die vier Menschentypen sind kein nettes Persönlichkeits-Quiz, sondern das Betriebssystem für ein funktionierendes Network. Du musst deinen eigenen Typ nicht verbiegen — du musst nur die Sprachen der anderen lernen, dein eigenes Muster bewusst kennen und die Menschen dazuholen, die das ergänzen, was dir selbst fehlt. Wer das verinnerlicht, urteilt weniger ab, baut schneller Vertrauen auf und nutzt mit dem Edifizieren eine Kraft, die im Network fast verschenkt wird. Jetzt liegt es an dir, es auszuprobieren und deine eigenen Erfahrungen zu machen.
