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Episode 22· mit Claudia Dalchow

Wenn Rote was mögen, geht immer was kaputt (Menschentypen mit Claudia Dalchow)

Gast Claudia Dalchow über den roten Verhaltenstyp: warum er Dinge in Bewegung bringt – und manchmal auch etwas zerlegt.

#Menschentypen#Gast#Kommunikation

"Wenn Rote was mögen, geht immer was kaputt." Claudia Dalchow erklärt den dominanten Verhaltenstyp im Network Marketing – warum du ihn brauchst und wie du ihn knackst.

In Kürze

  • Rot ist kein fester Charakter, sondern ein erlernbares Verhalten: der Weg, mit Power und Stärke ans Ziel zu kommen.
  • Es gibt funktionales Rot (Leadership, Mut, Verantwortung) und dysfunktionales Rot (über Leichen gehen, ausbeuten).
  • Auch ein funktionaler Leader kann kurz ins Dysfunktionale kippen – entscheidend ist, dass er es bei sich erkennt und reguliert.
  • Mit Roten gilt: KZP – komm zum Punkt. Erst Profit, Umsatz, Ränge, später Sinn und Charity.
  • Funktionale Leader switchen zwischen den Farben – die angenehmsten Menschen sind balanciert.

Verhalten statt Persönlichkeit

Die meisten Trainer sagen: Mach einen Test, das bist du, daran kannst du nichts ändern. Claudia widerspricht entschieden. Für sie ist Rot keine Persönlichkeit, sondern ein Verhalten – basierend auf Bedürfnissen, die du in einem bestimmten Umfeld gelernt hast. Was bisher am besten funktioniert hat, das machst du jetzt, weil du vielleicht nie erfahren hast, dass etwas anderes auch geht. Unser Gehirn will Energie sparen (2 Prozent der Körpermasse, 20 Prozent des Energieverbrauchs) und wiederholt, was funktioniert.

Der rote, dominante Typ hat gelernt: Überlegenheit, Power, der Stärkste zu sein – das bringt mich an mein Ziel. Funktionales Rot bedeutet Leadership: vorangehen, sich Dinge trauen, Verantwortung übernehmen, riesige Organisationen führen, mit Herzblut und Werten. Dysfunktionales Rot dagegen geht im wahrsten Sinne über Leichen, bügelt andere weg, beutet aus, ist komplett auf "Profit over People" fokussiert. Tragisch: Viele Menschen mit echter Expertise meiden Leadership "wie die Pest", nur weil sie einmal dysfunktionalem Rot begegnet sind – und verpassen die Chance, in ihren Teams voranzugehen.

Funktional oder dysfunktional – die Zündschnur

Dysfunktional ist keine feste Eigenschaft einer Person. Auch ein funktionaler Leader kann kurz ausrasten. Claudia ist da schonungslos ehrlich über sich selbst: Bei zu wenig Schlaf, zu vielen offenen Tabs, schlechtem Essen oder zu wenig Wasser wird die Zündschnur kürzer. Es gibt Tage, da kann alles passieren und du bleibst gelassen – und Tage, da guckt dich eine Ameise schief an und du rastest aus.

Der entscheidende Unterschied: Ein funktionaler Leader merkt das bei sich selbst. Er sagt "Moment, ich muss kurz ins Gym, damit ich nicht den nächsten Menschen verkloppe", reguliert sich, lässt Dampf ab und ist danach wieder verträglich. Das gilt für alle Farben – der Gelbe macht eine Runde Sport gegen das Chaos, der Blaue atmet durch gegen die Erbsenzählerei. Funktionales Verhalten erkennt sich selbst und korrigiert sich. Fabian illustriert es mit dem Freund, der im Restaurant übersehen wurde, mit der Faust auf den Tisch schmetterte und "Ich hab Bier bestellt!" brüllte – und sich danach sofort entschuldigte, als der Tisch lachte: "Bist du heute wieder sehr rot?"

Den Roten erkennen und ansprechen

Äußerlich geht es um Status: schicke Klamotte, Uhr, Statussymbole. Ein Merkmal ist fast garantiert – die Haare sind schön, und wenn keine da sind, ist eben die Kleidung schön. Sie sehen aus, als hätten sie eine glasklare Entscheidung über ihr Aussehen getroffen. Fabian ergänzt den wichtigen Punkt: Was sie schön finden, muss uns nicht gefallen – aber sie haben sich entschieden und finden sich genau so klasse.

Sprachlich gilt: KZP – komm zum Punkt. Holst du lang aus, siehst du an Mimik und Gestik sofort "mach schneller". Die ersten 15 Sekunden müssen klären: Was bringt mir das, was kostet das, welchen Umsatz kann ich machen. Erst danach kommen Sinnfragen und Charity. Fabian setzt bei Roten den Fokus auf Profit, Umsatz, Aufstiegschancen, Ränge und Möglichkeiten – und vor allem darauf, was die Company schneller und zugänglicher macht als andere. Status ist dabei zentral: Geld ist für viele Rote Mittel zum Zweck. Fabian erzählt von einer ägyptischen Organisation aus Ärzten und Apothekern mit Doktortitel, die ihren Umsatz an einem Tag von einer auf zwei Millionen verdoppelten – weil das Geld den Leuten egal war, sie wollten Ränge und Titel.

Was wir uns von den Roten abschauen können

Roten geht nicht so schnell die Luft aus. Claudias Lieblingsgeschichte: Ein sehr großer Leader machte einen 90-Tage-Run, hatte bis 11:30 Uhr schon 65 Calls gemacht, wechselte durchgeschwitzt das T-Shirt – und zog das 90 Tage durch. Als er gewaltig Rangstufen gesprungen war, sagte seine ebenfalls rote Upline nur: "Schön, aber mach mal noch den nächsten Rang." Wo andere längst das Handtuch geworfen hätten, dachte er nur "Ja, okay" und machte weiter, bis er in zählbaren Tagen ein sechsstelliges Einkommen aufgebaut hatte.

Auch sprachlich erkennt man sie sofort: Wenn Rote etwas mögen, geht immer was kaputt. Sie sagen nicht "schöne Veranstaltung", sondern "wir haben gekillt", "wir haben das Dach abgerissen", "der Typ ist eine Granate". Und Rote sind gerne rot – in Trainings sind sie die Ersten, die "das bin ich" rufen, während die anderen Farben zurückhaltender sind. Genau deshalb braucht Network Marketing vor allem funktionales Rot, auch wenn man alle Typen braucht.

Stärkste Zitate aus der Folge

Ich sage immer: Wenn Rote was mögen, geht immer was kaputt.

Claudia Dalchow

Funktionale Leader haben eine Sache: Sie können umswitchen. Mit denen kannst du Business ballern und dich im nächsten Augenblick totlachen.

Claudia Dalchow

Ein Roter ist gerne rot – das ist das eine am Erkennen.

Robert Pauly

Fazit

Der rote Verhaltenstyp ist kein unveränderlicher Charakter, sondern ein Verhalten, das jeder lernen und abrufen kann. Funktionales Rot ist der Motor jeder Organisation: Mut, Disziplin, Verantwortung, unkaputtbarer Einsatz. Du musst kein roter Typ werden – aber du kannst dir die Pushmentalität abschauen, statt einem Call ruhig mal fünf machen. Und das stärkste Signal eines echten Leaders ist nicht Härte, sondern Balance: Wer alle Farben am Start hat, mit dem fühlst du dich sicher, willkommen und kannst langfristig etwas aufbauen.