Keine Leads? Das ist der Fehler | Skill 1/8: Kontaktieren
Kontaktieren im Network Marketing ist Skill 1/8 der Serie „Die 8 Skills im Network Marketing“ – und genau hier verlieren die meisten, bevor sie überhaupt…
Wenn du im Network Marketing keine Leads hast, liegt es selten am Markt. Es liegt auch selten am Produkt. Meistens sitzt das Problem vor dem Bildschirm und wartet darauf, dass Social Media die Arbeit erledigt.
Ein paar Posts ersetzen kein Kontaktieren. Genau hier beginnt die erste der acht zentralen Fähigkeiten im Network Marketing: Menschen sauber ansprechen, neue Kontakte aufbauen und deine Liste nie leer werden lassen.
In Kürze
- Social Media hilft, ersetzt aber keine aktive Kontaktarbeit.
- Deine Handy-Kontakte sind oft dein größtes ungenutztes Asset.
- 100 Kontakte können über Beziehungen schnell 10.000 Türen öffnen.
- Kaltkontakte funktionieren besser, wenn du zuerst Menschen wahrnimmst.
- Eine leere Kontaktliste ist kein Schicksal, sondern ein Führungsproblem.
Keine Leads? Dann verwechselst du Sichtbarkeit mit Kontaktieren
Network Marketing hat sich verändert. Früher gab es wenige Wege, neue Menschen kennenzulernen. Man ging auf die Straße, telefonierte kalt oder arbeitete konsequent seine Namensliste ab. Das war unbequem, aber klar.
Heute ist alles leichter zugänglich. Du hast Social Media, Messenger, Gruppen, Events, Empfehlungen und digitale Tools. Trotzdem haben viele weniger Gespräche als früher.
Warum?
Weil sie glauben, Sichtbarkeit sei Kontaktieren.
Ein Post über dein Produkt ist kein Gespräch. Eine Story über dein Event ist kein Vertriebsaufbau. Ein Reel ersetzt keine Einladung. Social Media kann Interesse erzeugen. Aber Interesse entsteht nicht automatisch, nur weil du Content veröffentlichst.
Das ist einer der häufigsten Fehler im modernen Network Marketing: Menschen verstecken sich hinter Content. Sie posten, warten, prüfen ihre Likes und nennen das Aktivität. In Wahrheit vermeiden sie Kontakt.
Action-Marketing und Attraction-Marketing sind nicht dasselbe
Attraction-Marketing bedeutet: Du ziehst Menschen an. Durch Haltung, Ergebnisse, Geschichten, Einblicke, Werte und wiedererkennbare Kommunikation. Menschen werden neugierig, weil sie sehen, wofür du stehst.
Action-Marketing bedeutet: Du gehst selbst in Bewegung. Du sprichst Menschen an, stellst Fragen, baust Beziehungen auf und lädst ein. Du erzeugst Gespräche, statt nur auf Reaktionen zu hoffen.
Beides gehört zusammen. Wer nur Action macht, wirkt schnell wie ein Jäger. Wer nur Attraction macht, wartet oft monatelang auf Zufall.
Gutes Kontaktieren verbindet beide Seiten. Du bist sichtbar, aber nicht passiv. Du bist aktiv, aber nicht aufdringlich.
Der entscheidende Punkt: Die Technologie ändert sich. Die menschliche Hürde bleibt.
Früher war es das kalte Telefonat. Heute ist es die Nachricht auf Instagram oder WhatsApp. Der Kanal ist neu, die Angst ist alt. Ablehnung, Unsicherheit und der Gedanke: Was denken die anderen von mir?
Wenn du diese Angst nicht angehst, hilft dir keine Plattform. Dann baust du dir nur modernere Ausreden.
Kontaktieren ist deshalb keine technische Fähigkeit. Es ist eine soziale Fähigkeit. Du lernst, Gespräche zu eröffnen. Du lernst, Interesse zu prüfen. Du lernst, nicht jeden Menschen retten zu wollen.
Und du lernst, dass ein Nein kein Drama ist. Es ist nur eine Information.
Wer im Network Marketing langfristig wachsen will, braucht genau diese Reife. Nicht mehr Tricks. Mehr echte Gespräche.
Die alte 100er-Liste ist nicht tot, du hast sie nur ignoriert
Die 100er-Liste klingt alt. Nach Versicherungsordner, Küchentisch und Memory-Jogger. Viele rollen bei dem Begriff mit den Augen.
Zu früh.
Denn das Prinzip dahinter ist bis heute stark: Du startest nicht bei null. Du kennst bereits Menschen. Und diese Menschen kennen wieder Menschen.
Früher musste man sich Namen mühsam aus dem Kopf ziehen. Wer repariert dein Auto? Wer ist Bäcker? Wer war mit dir in der Schule? Wer hat Kinder? Wer ist selbstständig? Solche Fragen sollten das Gedächtnis anwerfen.
Heute liegt diese Liste in deiner Hand. Genauer: in deinem Smartphone.
Viele neue Networker unterschätzen ihre Handy-Kontakte massiv. Sie denken, sie hätten keine Liste. Dann öffnen sie ihr Telefon und sehen 300, 800 oder 1.500 gespeicherte Kontakte. Manche haben mehrere tausend.
Das ist kein Adressbuch. Das ist ein Netzwerk.
Deine initiale Kontaktliste ist dein Startkapital
Die initiale Kontaktliste umfasst Menschen, die du bereits kennst. Nicht alle sind enge Freunde. Nicht alle sind potenzielle Partner. Viele sind frühere Kollegen, Kunden, Dienstleister, Bekannte, alte Schulfreunde oder Menschen aus Vereinen.
Du musst diese Menschen nicht bedrängen. Du musst sie auch nicht alle direkt für dein Geschäft gewinnen. Aber du solltest wissen, wer in deinem bestehenden Umfeld existiert.
Ein einfacher Schritt: Exportiere deine Kontakte in eine Tabelle. Dafür gibt es günstige Apps, die Handy-Kontakte in Excel übertragen. Dann druckst du die Liste aus oder arbeitest digital damit.
Das klingt banal. Genau deshalb machen es viele nicht.
Aber erst wenn du deine Kontakte sichtbar vor dir hast, kannst du sauber arbeiten. Du kannst markieren, wer für ein Produkt interessant sein könnte. Wer offen für zusätzliche Einnahmen sein könnte. Wer gut vernetzt ist. Wer Menschen kennt, die du kennenlernen solltest.
100 mal 100 verändert den Blick
Nehmen wir eine kleine Zahl: 100 Kontakte.
Wenn jeder dieser 100 Menschen ebenfalls nur 100 Kontakte hat, entsteht ein Umfeld von 10.000 möglichen Verbindungen. Nicht kalt im klassischen Sinn. Sondern über Beziehungsebenen.
Das bedeutet nicht, dass du 10.000 Menschen anschreiben sollst. Es bedeutet: Dein Netzwerk ist größer, als du denkst.
Wer einen neuen Kontakt gewinnt, gewinnt nicht nur eine Person. Er gewinnt Zugang zu weiteren Beziehungskreisen. Rein wirtschaftlich ist das wertvoll. Menschlich bleibt es nur sauber, wenn du respektvoll damit umgehst.
Die 100er-Liste ist also nicht tot. Sie ist digital geworden. Und wahrscheinlich liegt sie gerade ungenutzt in deiner Hosentasche.
Kontaktieren heißt nicht, Menschen etwas aufzudrücken
Viele scheitern nicht an fehlenden Kontakten. Sie scheitern an ihrer Vorstellung vom Kontaktieren.
Sie denken an Druck. An peinliche Nachrichten. An Freunde, die genervt reagieren. An Einladungen, die nach Verkauf riechen.
Dann machen sie gar nichts.
Sauberes Kontaktieren hat damit wenig zu tun. Es geht nicht darum, jedem Menschen dein Produkt oder dein Geschäft aufzudrücken. Es geht darum, Interesse zu prüfen und Möglichkeiten fair anzubieten.
Das ist ein großer Unterschied.
Wenn jemand kein Interesse hat, ist das in Ordnung. Dann bedankst du dich und wechselst das Thema. Kein Nachfassen mit Druck. Kein beleidigter Rückzug. Kein Versuch, den anderen doch noch zu überzeugen.
Ein Nein schützt die Beziehung, wenn du es respektierst.
Gerade bei Freunden und Bekannten ist dieser Punkt entscheidend. Viele haben Angst, Freundschaften zu verlieren. Diese Angst ist verständlich, aber oft falsch eingeordnet.
Du verlierst Freunde nicht, weil du ihnen eine Möglichkeit zeigst. Du riskierst Beziehungen, wenn du ihre Grenzen missachtest.
Wenn du entspannt bleibst, passiert oft etwas Interessantes: Menschen, die selbst kein Interesse haben, helfen dir trotzdem weiter. Sie kennen jemanden, der offen sein könnte. Sie empfehlen dich, weil du nicht gedrückt hast.
Das ist die Verbindung aus wirtschaftlichem Denken und menschlichem Verhalten.
Freunde werden nicht immer Partner, aber Partner werden oft Freunde
Ein weiterer Gedanke ist wichtig: Nicht jeder Freund wird Kunde oder Geschäftspartner. Das muss auch nicht das Ziel sein.
Im Network Marketing entstehen oft neue Freundschaften. Mit Menschen, die ähnliche Ziele haben. Die wachsen wollen. Die unternehmerisch denken. Die über Verantwortung, Entwicklung und Freiheit nicht nur reden, sondern handeln.
Das ist für viele sogar wertvoller als die ersten Verkäufe.
Natürlich gibt es auch Ablehnung. Manche verstehen Network Marketing nicht. Manche haben schlechte Erfahrungen gemacht. Manche wollen mit Vertrieb nichts zu tun haben.
Gut. Dann ist das so.
Deine Aufgabe ist nicht, jeden zu bekehren. Deine Aufgabe ist, professionell zu kommunizieren.
Ein sauberer Kontakt klingt nicht wie ein Druckgespräch. Er klingt eher so: Du hast an jemanden gedacht, weil eine bestimmte Situation passt. Du fragst, ob Offenheit besteht. Wenn ja, gibst du Informationen. Wenn nein, bleibt die Beziehung intakt.
Das klingt einfach. Es braucht aber Übung.
Kontaktieren ist wie ein Muskel. Am Anfang fühlt es sich unbeholfen an. Später wird es normal. Und genau dann wird dein Geschäft planbarer.
Deine Liste darf nie leer werden
Die initiale Kontaktliste ist der Start. Aber sie ist nicht die Lösung für immer.
Wenn du nur deine bestehenden Kontakte abarbeitest und danach nichts nachkommt, entsteht Druck. Dann wird jedes Gespräch zu wichtig. Jeder Interessent muss plötzlich passen. Jede Absage fühlt sich größer an, als sie ist.
Deshalb brauchst du eine weiterführende Kontaktliste.
Das Prinzip ist simpel: Du sorgst täglich oder wöchentlich dafür, dass neue Menschen in dein Umfeld kommen. Nicht hektisch. Nicht aggressiv. Sondern als Gewohnheit.
Neue Kontakte entstehen überall. Im Restaurant. Beim Sport. Auf Veranstaltungen. Über Empfehlungen. In Social Media. Im Zug. In beruflichen Gesprächen.
Der Unterschied liegt darin, ob du offen bist oder durch dein Leben läufst, als hätte niemand Bedeutung.
Der Restaurant-Kontakt ohne peinlichen Pitch
Ein gutes Beispiel: Du bist essen und die Bedienung macht einen starken Job. Sie ist aufmerksam, freundlich, schnell, souverän und kommunikativ.
Viele geben Trinkgeld und gehen.
Ein Networker mit geschultem Blick erkennt mehr. Nicht als Beute. Sondern als Mensch mit Fähigkeiten.
Du kannst beim Bezahlen kurz fragen, wie lange sie das schon macht. Ob es Hauptberuf oder Nebenjob ist. Vielleicht finanziert sie gerade ein Studium. Vielleicht sucht sie mehr Möglichkeiten. Vielleicht ist sie zufrieden und will nichts anderes.
Der erste Schritt ist ehrliches Lob. Nicht als Trick. Sondern weil gute Arbeit selten ausgesprochen wird.
Dann kannst du, wenn es passt, offen sagen: Du baust Vertriebsstrukturen in einem bestimmten Bereich auf. Durch ihre Art und Kommunikation könntest du dir vorstellen, dass sie darin stark wäre. Dann fragst du, ob sie grundsätzlich offen für einen zusätzlichen Einkommensstrom ist.
Wenn ja, tauscht ihr WhatsApp aus. Wenn nein, bleibt es bei einem netten Gespräch.
Das ist Kaltkontakt in sauberer Form. Kein Anfallen. Kein auswendig gelernter Monolog. Kein wildes Ansprechen ohne Kontext.
Du nutzt eine echte Beobachtung als Einstieg.
Events können selbst Kontaktmagneten sein
Auch Veranstaltungen erzeugen Kontakte. Große Events mit guter Energie, vielen Menschen und sichtbarer Gemeinschaft fallen auf. Manchmal fragen Außenstehende sogar, was dort passiert und ob sie teilnehmen können.
Dann entsteht Attraction durch Erleben. Nicht durch Behauptung.
Menschen sehen, dass sich andere unterstützen. Sie spüren Stimmung, Zusammenhalt und Richtung. Das kann mehr Interesse wecken als jede Produktbroschüre.
Aber auch hier gilt: Jemand muss reagieren. Jemand muss das Gespräch führen. Jemand muss offen genug sein, die Chance zu erkennen.
Warum kontaktieren trotzdem so wenige?
Weil es Mut kostet. Weil Ablehnung möglich ist. Weil es leichter ist, noch einen Post zu planen, als eine echte Frage zu stellen.
Doch ohne Kontaktieren gibt es kein stabiles Network-Marketing-Geschäft. Produkte bewegen sich durch Menschen. Teams entstehen durch Gespräche. Vertrauen wächst durch Beziehung.
Wenn deine Liste leer ist, brauchst du keinen neuen Trick. Du brauchst eine neue Gewohnheit: jeden Tag Menschen wahrnehmen, Gespräche beginnen und professionell nachfassen.
Stärkste Zitate aus der Folge
Attraction -Marketing, also Anziehungs -Marketing, ist glaube ich das, was sich jeder wünscht. Du machst ein paar Posts auf Social Media und die Leute kommen dir zugeflogen und sagen, ich will Kunde werden, ich will bei dir starten, passiert nicht. So, um das direkt mal von vornherein mitzugeben.
— Fabian Fitzner
Auch wenn ich heutzutage niemanden merke. empfehlen würde, kalte Telefonate durchzuführen, um damit ein erfolgreiches Network -Geschäft aufzubauen, würde ich trotzdem jedem empfehlen, die Fähigkeit zu erlernen, für kalte Kontakte zu sorgen.
— Robert Pauly
Nehmen wir an, du hast nur 100 Kontakte. Okay, du musst alles löschen, was in deinem Handy ist. 100 Kontakte ist das Maximum, wer sind die 100 Leute? Das heißt im Umkehrschluss, dass diese 100 Leute ja auch nur 100 Kontakte haben können, ist ja genauso limitiert.
— Fabian Fitzner
Wenn wir es nicht lernen, mutig zu werden, um unsere Ängste zu überwinden, dann helfen uns auch die ganzen tollen Tricks und neuen Technologien nicht weiter. Wir denken, wir schicken ein paar Sachen raus, indem wir bloß vor unserem Computerscreen sitzen und können uns dahinter verstecken. Und sagen, es werden die Leute schon von alleine kommen.
— Robert Pauly
Und ich sage bewusst muss, weil ich habe mein komplettes Business bis heute, ich würde sagen zu 80 Prozent über diese Methode aufgebaut. Und das Erste, was du machen musst, und jetzt kommt ein Wort, das ist so oldschool, das hat schon einen grauen Bart und das ist die Hunderterliste.
— Fabian Fitzner
Kapitel
- 00:00 — Start der Serie: Die 8 Skills im Network Marketing
- 00:35 — Warum Kontaktieren sich durch Social Media verändert hat
- 01:49 — Action-Marketing vs. Attraction-Marketing
- 03:21 — Die oldschool 100er-Liste ist nicht tot
- 05:00 — Warum deine Handy-Kontakte ein massives Asset sind
- 06:38 — 100 x 100: Das unterschätzte Kontaktpotenzial
- 08:05 — Menschlich bleiben statt Menschen etwas aufzudrücken
- 10:00 — Angst, Freunde zu verlieren – der bessere Gedanke
- 10:58 — Die weiterführende Kontaktliste: Deine Liste darf nie leer werden
- 11:51 — Praxisbeispiel: Kaltkontakt im Restaurant
- 15:15 — Warum Events selbst Attraction erzeugen können
- 17:07 — Warum die meisten trotzdem nicht kontaktieren
- 17:47 — Vom Ergebnis lösen: Der wichtigste Kontaktieren-Mindset
- 19:37 — Ablehnung meistern wie einen neuen Job
- 23:50 — Attraction-Marketing: Warum posten allein nicht reicht
- 26:00 — Action-Marketing: Social Media aktiv nutzen
- 27:07 — Der goldene Löffel liegt zu Hause – aber kaum einer nutzt ihn
